Home arrow Workshops arrow Troisdorf - 20.10.2008
Troisdorf - 20.10.2008 PDF Drucken
Heinrich-Böll-Gymnasium
Edith-Stein-Straße 15, 53844 Troisdorf

user_83_dscf0034_2.jpgAm ersten Tag nach den Herbstferien kamen die 33 Schüler/innen der 9. und 10. Klasse des Heinrich-Böll-Gymnasiums in Troisdorf zusammen, um im Rahmen eines Planspiels die Weichen für die zukünftige Energieversorgung der EU zu legen. Die Aufregung war groß, denn nicht nur dass man sich auf den Besuch der Europaabgeordneten Ruth Hieronymi beim Planspiel freute, sondern es war auch der erste Schultag nach einer Klassenfahrt, die einen Teil der Schüler/innen nach Brüssel und zu den dort ansässigen europäischen Institutionen geführt hatte.

So gingen die Schüler/innen hoch motiviert in das Planspiel „Energie für die Zukunft". Die „Kommissionspräsidentin" T. Parker eröffnete in Anwesenheit der Vertreter/innen der EU-Mitgliedsstaaten und der Presse feierlich mit der europäischen Hymne die Energiekonferenz. Dabei beschwor sie die Politiker, sich ihrer Verantwortung für eine sichere Energieversorgung entschlossen zu stellen und weitsichtige Entscheidungen im Interesse der EU-Bürger zu treffen. Voller Elan begaben sich die Akteure an die Arbeit und als erstes Ergebnis konnte die Kommission - nach Anhörung der Experten und Einholung nationaler Stellungnahmen der Mitgliedstaaten - ein Energie-Weißbuch präsentieren. Dabei verzichtete sie u.a. auf den Vorschlag, eine „europäische Ökosteuer" einzuführen, da die Mitgliedstaaten befürchteten, dass die europäische Wirtschaft unter dieser zusätzlichen Belastung zu stark leiden würde.

Die "französische Ratspräsidentin" Mademoiselle Sarcozy und ihre Außenministerin Mademoiselle Voir leiteten im weiteren Verlauf die schwierigen und engagierten Verhandlungen der Mitgliedstaaten. Es wurde kontrovers diskutiert und wie bereits mehrfach in der Geschichte der EU konnte ein Scheitern des Gipfels erst kurz vor dem Ende verhindert werden. Diesmal lagen die Schwierigkeiten bei den Verhandlungen jedoch nicht in unüberbrückbaren Positionen zwischen einzelnen Mitgliedstaaten, sondern in der notwendigen Zustimmung des Europäischen Parlaments (EP) zu einigen der beschlossenen Maßnahmen. So sprachen sich die Parlamentarier lange Zeit gegen eine weitere Förderung der Nutzung von Atomenergie durch die EU aus. Letztlich gelang es, einen Kompromiss zu finden, so dass das EP dem Aktionsplan zustimmen konnte. Im Kompromiss wurde festgelegt, dass der größte Teil der EU-Gelder, die für die Atomenergie vorgesehen sind, in die Forschung investiert wird, um die Gewinnung der atomaren Energie noch sicherer zu machen und eine nachhaltige Lösung des Problems der Atommülllagerung zu finden.

Die Pressegruppe begleitete diesen Prozess äußerst genau und kritisch. So fragte zwischenzeitlich eine „Redakteurin" in Ihrer Kolumne, ob die Politiker „wirklich im Interesse des Volkes entscheiden, wenn sie so viel Gelder in die Weiterentwicklung einer  gefährlichen und unsicheren Energie stecken, wie es die Atomenergie ist". Die Interessenvertreter konnten nicht zuletzt bei einer überraschenden und lebendigen Demonstration ihre Positionen direkt an die Staats- und Regierungschefs richten, so dass auch ihre Argumente für alle "hörbar" waren.

user_83_dscf0032_1.jpgDer Besuch der Europaabgeordneten Ruth Hieronymi im Anschluss an das Planspiel rundete diesen „untypischen Schultag" für die Schüler/innen ab. Auf diese Weise konnten sie das im Planspiel Erlebte mit der realen Arbeit einer Politikerin auf europäischer Ebene vergleichen. Der spannende Vortrag der Abgeordneten, mit anschließender Diskussion, die durch sehr viele Fragen von Seiten der Schüler/innen belebt wurde, machte noch einmal deutlich, wie eng Energiepolitik mit Umweltfragen verknüpft ist und welche wichtige Rolle die EU in dieser Thematik spielt.

   

Die Maßnahmen des Aktionsplan im einzelnen:

 1. Aktionsplan „Saubere Kohle"

2. Steigerung der Energieeffizienz

3. Abbau von Hindernissen für den grenzüberschreitenden Handel im Binnenmarkt

4. Sichere und leistungsfähige Nutzung der Atomenergie

5. EU-Förderung erneuerbarer Energien

6. EU als treibende Kraft einer globalen Umwelt- und Klimapolitik

   

Hier geht es zu den Fotos der Veranstaltung.

 


 

Kontakt

Sascha Meinert

Institut für prospektive Analysen

Tel.: (030) 33987340

Email: meinert@ipa-netzwerk.de  

© 2008 Sascha Meinert und Michael Stollt